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Nicht nur als Lust am Basteln, auch als kleinen Protest kann man meine Umbauaktion bezeichnen. Nachdem ich tagelang vergeblich in sämtlichen Suchmaschinen nach einer Umbauanleitung für Ericsson-Handies gesucht hatte, wurde mir klar, dass ich wohl eine kleine Lücke im Netz schließen muss. Daher möchte ich diese Anleitung ganz bewusst veröffentlichen.
Stückliste: - Torx-Schraubendreher T6 - 4 SMD-Leuchtdioden Größe 1206, ca. 2,0 Volt - 6 SMD-Leuchtdioden Größe 0603, ca. 2,0 Volt - Schraubendreher >6 mm Breite (entbehrbar!) - Schleifbock und/oder kleine Schlüsselfeile - SMD-Pinzette - Lötstation regelbar - SMD-Lötspitze - Lötzinn Durchmesser 0,5 mm
Spezialschraubendreher
Die komplette Ausrüstung Das (umständliche) Öffnen Eigentlich ist der Umbau des A1018s recht einfach. Leider stößt man allerdings schon beim Öffnen des Handies schnell an seine Grenzen: Mit einem herkömmlichen Torx T6-Schraubendreher kam ich nicht weit, zwar konnte ich die beiden unteren Schrauben lösen, also auch den jüngfräulichen Garantiesiegel zerstören, jedoch benötigte ich für die beiden oberen Schrauben einen Eigenbau. Die Schrauben besitzen an der Außenkante des Kopfes zwei gegenüberliegende Kerben, in die man das Werkzeug einfügt und dann dreht. Dieses Werkzeug gilt es nun selbst zu bauen. Man nehme einen Schlitz-Schraubendreher mit der Breite des Schraubenkopfes. Im Normalfall sind diese Schraubendreher zu dick und man muss sie am Schleifbock etwas dünner machen. Den Schleifbock braucht man aber gar nicht ausschalten, weil man anschließend die Kerbe einfräsen muss. Dazu hält man den Schraubendreher am besten im 45 Grad Winkel an den Rand des rotierenden Schleifsteins. Das Handy sollte griffbereit aber außer Reichweite des Funkenflugs am Schleifbock liegen, damit man überprüfen kann, ob die frische Kerbe ausreichend tief ist. Natürlich kann man nicht die komplette Tiefe der Kerbe mit dem Schleifbock herstellen, eine kleine Schlüsselfeile dient dazu, das wenige restliche Material abzutragen und auch die geschliffenen Stellen gegebenenfalls zu entgraten. Nach diesen vorbereitenden Schritten kann man schon mal den Lötkolben auf angenehme 300 Grad Celsius einstellen und die SMD-Lötspitze einbauen. Das Handy wird, wie beschrieben, mit dem Torx-Schraubendreher an den unteren Schrauben geöffnet, die beiden oberen, goldenen mit dem selbst hergestellten Spezialwerkzeug. Dort ist jedoch besondere Vorsicht angesagt, weil die goldenen Schrauben nicht umsonst diese edle Farbe tragen: Sie sind die Stromverbindungen zwischen dem Akku und der innenliegenden Hauptplatine. Sind die vier Schrauben entfernt, kann das Gehäuse geöffnet werden. Uns fällt ins Auge, dass die sichtbare Oberseite der Hauptplatine kaum bestückt ist. Dies soll unser Vorteil sein, denn auch die 10 LEDs sind ohne Probleme erreichbar, d.h. keine Bauteile in unmittelbarer Nähe, lediglich die beiden mittleren LEDs vom Display sind an einer Seite von der Kontaktleiste des Displays umgeben. Diese sollte man möglichst nicht mit dem Lötkolben berühen, das versteht sich aber von selbst. Die Lötarbeiten Ist der Lötkolben heiß genug, kanns losgehen. Am besten beginnt man mit den vier LEDs der Displaybeleuchtung, diese sind "groß" und recht unempfindlich (typisch Ericsson!). Zunächst erhitzt man eine Seite der Kontakte und versucht entweder durch Hebeln oder Ziehen mit der Pinzette diese Seite leicht anzuheben. Ist das gelungen, erhitzt man die andere Seite und wiederholt das Hebeln / Ziehen. Leistet die LED erheblichen Widerstand, kann man abwechselnd die beiden Kontakte schnell nacheinander erhitzen und dabei die LED versuchen, zu entfernen. Man sollte aber nicht unnötig lange den Lötkolben an die LED / Platine halten, damit die Kontaktfläche der Platine nicht beschädigt wird. Hat die LED endlich nachgegeben, nimmt man die neue LED, beachtet die Polarität und setzt sie mit der Pinzette auf ihr neues Zuhause. Solange nicht eine Seite der LED fest mit der Platine verbunden (verlötet) ist, darf man die LED nicht loslassen. Dass sie stehend, wie ihre Vorgängerin eingebaut wird, brauche ich nicht extra erwähnen. Ist die LED an beiden Kontakten mit der Platine vereint, darf man sie loslassen und sollte anschließend kontrollieren, ob sie gerade eingelötet wurde und senkrecht steht. Diese Arbeitsschritte wiederholen sich an den drei weiteren LEDs am Display. Nicht viel anders ist die Behandlung der wesentlich kleineren LEDs der Tastaturbeleuchtung. Dennoch sollte man hier beachten, dass man die Kontaktfläche nicht beschädigt, also nicht zu lange erhitzt und die LED nicht versehentlich samt der Kontaktfläche abreißt. Passiert dieses Unglück, bleibt einem keine andere Wahl, als mit hauchdünner Litze kleine Verbindungen zu den Kontakten einer übrigen LED herzustellen und dabei auf die Druckkontakte der Tasten zu achten (Slalomparcours!). Der eigentliche Umbau ist somit abgeschlossen (war doch recht einfach, oder?!) , die Kapitel "Zusammenbau" und "Kontrolle" stehen an, diese Schritte bedürfen keiner besonderen Beachtung. Zuvor sollten alle eventuellen Lötzinnspritzer entfernt werden und vorsichtshalber die Druckkontakte der Tasten mit 100%igem Alkohol gereinigt werden. Es bietet sich auch an, das Display an sich nochmal von Staub und Fusseln zu befreien oder die Tastaturmatte in lauwarmen Wasser mit Spülmittel und einer alten Zahnbürste zu schrubben. Wichtig! Sonstige Hinweise An dieser Stelle sei erwähnt, dass ich natürlich keinerlei Gewährleistung oder Garantien gebe. Jeder Bastler arbeitet eigenverantwortlich und nach bestem Wissen und Gewissen. So behalte ich mir auch eventuelle Änderungen oder Korrekturen vor, die den obigen Text betreffen. Der Umbau sollte nur von fachkundigen und halbwegs erfahrenen Bastlern durchgeführt werden. Zu beachten ist auch, dass die Garantie verfällt, sobald der Garantiesiegel (Warranty Seal) verletzt wird. Bei den verwendeten LEDs gibt es zu beachten: Sie sollten die ganz oben angegeben Größen haben (1206 für Display/0603 für Tastatur). Vor allem sollte man nicht zuviel Lötzinn verwenden, und schon gar kein zusätzliches Flussmittel. Es sind Farbkombinationen möglich, allerdings nur zwischen Display und Tastatur. So kann man je nach Lust das Display blau und die Tastatur rot beleuchten (das sähe zwar sehr tuntig aus, ist aber technisch möglich).
Für die blau beleuchteten Handies habe ich folgende Leuchtdioden verwendet: jeweils 4 Stück 1206 von TG für das Display, für die Tastatur 6 Stück 0603 von ISP. Farbton jeweils "Superblau". Die Polarität sieht so aus: An den 1206er LEDs ist eine dunkel markierte Seite, dies ist Masse. Auf den winzigen 0603er LEDs ist rückseitig ein " T " gedruckt. Die Seite des senkrechten Striches ist Masse.
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